(Beliam sieht ihm eine Weile nach, betrachtet bald den König bald das Papier, und staunt über den Auftrag.)

Bel. (Er singt) Einst war der Löwe toll und voll! —— Hahaha! Leben Sie wohl Herr Kollega! —— Ich ein Statthalter! —— Und warum nicht! —— Pansa der Grosse höchstseligen Angedenkens spielte auf dem Schauplatz der närrischen Welt meine Rolle, und war ein preißwürdiger Statthalter, der so gut essen, trinken, schlafen, und mehr solche Staatsgeschäfte verrichten konnte, als jede Durchlaucht und Excellenz. Das Glück küßt dich; wenn Könige rasen, machen Narren ihr Glück! —— Kein Teufel soll mir meine Würde entreissen! —— Aber wo nehme ich Kriegsleute her? — O das will ich klüger machen, als alle gescheiden Leute! Ich leere alle Krankenhäuser, und Spitäler, Krüppeln und Ungeheuer, Zwergen und Mißgeburten und allen müßigen Troß menschlicher Hefen will ich in die Schlacht führen, diese kann der Feind tödten. Die schönen Leute will ich aufsparen, die leeren Städte zu bevölkern. Hahaha! Welch ein grosser Politiker bin ich geworden! Da mögen die Staatsleute in die Schule gehn; sie schicken die Riesen der Nation auf die Schlachtbank, und verwandeln die Städte in Pygmäennester!

Isid. So in Gedanken Narr? Beliam, was macht dein Esel?

Bel. Er ist vorgerükt, der König macht ihn zum Hofjunker, er wird dein Kamerad!

Isid. Mit dir ist nicht gut scherzen ——

Bel. Das kömmt daher, weil ich ein grosser Herr bin, und mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen, sie werfen den Gästen die Stengel in das Gesicht! —— Ich bin izt Statthalter von Jerusalem!

Isid. Hahaha!

Bel. Nur kein voreiliges Gelächter! Hier ist die königliche Vollmacht!

Isid. Hahaha! Der König ist verrükt ——

Bel. Das ist seine Sache! Ich rede nur von mir. Genug ich bin Statthalter, und eile meine Staaten in Besitz zu nehmen. Es wird viel Blut und Tinte kosten! Leb wohl! Ich bleibe dir mit meinen Gnaden gewogen, wir Beliam der erste Statthalter von Jerusalem, Mehrer des Reichs und so weiter!