Der Schlaf ist ein Balsam, wir wollen von ferne lauschen.

Drama.

(Ein großer Saal bey Hofe. Viele Höflinge stehen im Haufen beysammen, und sind im eifrigen Gespräche. Salinia und Amanda ihre Zoffe treten ein. Salinia in einem weissen Nachtkleide mit aufgelösten Haaren. Einen Arm hat sie entblößt, und hängen noch von einer Aderlässe die Binden daran. Sie eilt hastig in den Saal, staunt plötzlich, schleicht furchtsam zu allen Schaaren der Höflinge, blickt ihnen unter die Augen, schüttelt mißvergnügt den Kopf, um dadurch anzudeuten, daß sie nicht findet, was sie sucht. Die Zoffe folgt ihr traurig, will sie wieder zurückführen, und die Verbände in Ordnung bringen. Die Höflinge sind durch den Auftritt gerührt. Ein alter Hofmann grüßt sie.)

Hofm. Aber mein liebes Fräulein, sie bluten ja.

Salin. Bluten? —— O ja, izt erinnere ich mich (indem sie ihm zum Ohre schreyt) Sie haben mich tödten wollen! —— Aber ich bin den Mördern glücklich entkommen! —— Amanda, hast du meinen Eduard nicht gefunden? —— Die Schwalbe hat das Nest verlassen ——

Hofmann zur Zoffe. Führen Sie das gute Fräulein zurük!

Amand. Sie ist den Wundärzten entlaufen. Man wollte ihr die Ader öffnen, denn ihr Verstand —— Ach! Das Schicksal des Königs hat ihr zärtliches Herz angegriffen —— Sehen Sie! Sie sucht ihn überall! —— O ich muß weinen ——

Hofm. Das arme Täubchen girrt ——

Salin. Die Gesichter sind mir verdächtig! —— Freund oder Feind? Er ist nirgends! —— Eduard nirgends! —— O Amanda, die Schlange hat ihn vergiftet! Und ich reichte ihm den Becher —— O mein Kopf! —— Wie es hier pocht! —— (Sie lehnt ihr Gesicht auf den Busen ihrer Zoffe und weint.)

Am. Englisches Fräulein, weinen Sie nicht! Kommen Sie mit mir! Ich führe Sie zu Eduard! —— Geben Sie mir den Arm!