(König Theodor sitzt in einem Kefig, Friederich auf einem Scheiterhaufen.)
Theod. Soll ich dem Sieger zum Gespötte dienen?
Fried. Will er mein Blut vergiessen?
Edu. Tyrannen, redlich kann ich mein Auge an eurer Strafe weiden! —— Wie oft habt ihr meine Güte verhöhnt, meine Friedensvorschläge verworfen, und das heilige Völkerrecht durch eure Grausamkeit entehrt! Ihr habt meine Gesandten mit Schande und Hohngelächter zurückgesandt, und meine gefangenen Krieger verstümmelt. — Kann der Thron solche Unmenschen schmücken? —— Sprecht selbsten, wie soll ich nach so viel Unbilden Euch behandeln?
Theod. Tödte mich!
Fried. Laß mich sterben!
Edu. Man mache sie frey! —— Ich habe Euch gedemüthiget! Lernet, daß Könige Menschen sind! — Kehret in eure Staaten, nehmet eure Kronen zurück, und löschet das Gedächtniß eurer vorigen Missethaten durch glänzende Tugenden aus. Ich bin euer Freund!
Theod. Deine Großmuth ist grösser als alle Siege!
Fried. Ich erröthe nicht mehr über meine Niederlage; es ist rühmlich unter königlichen Löwen zu fallen!
Edu. (indem er sie umarmt) Brüder, ich empfehle euch die Menschlichkeit!