Im Schein der wattigen Lampenhelle, die kaum die Giebel berührte, wanderten alle Menschen krumm, wie vergreist. Sie schienen nichts mehr wissen zu wollen und träumten ihre Wege hinab. Erde zitterte ihren Hälsen zu und mühte sich, die eckigen, durchgearbeiteten Schädel zu halten. In den Köpfen waren allein nur Kerne noch wach. Alles, was diese Kerne umhüllte, war ein trunkener Mechanismus. Eine Welle regelte ihn. Ein Magnetismus, der von einer außerordentlich organisierten Zentrale herkam: zu regieren und zu profanieren.
Und eins dieser Tore gähnte gefräßig und sog die Menschen, die waren, mühelos hinein.
Lange Arme ruderten. Gesichter sprangen weiß vor. Knochige Hände griffen Zahlen an. Gewirr von Lampen flog auf. Signalglocken überschrien den Steiger, der vielerlei Namen gleichgültig aufrief. Und die Namen bejahten halbgemurmelt die Aufrufe.
Dann und wann schnellte eine Hand empor: wie, wenn Kinder Schulweisheiten auskramen. Eine Hand, die kühle Gefühle spürte. Wäre ein Wille darüber gelegen, hätte sie zugestoßen. Spitz und blank. Und wäre warm geworden in Röte.
Die Menschen aber wanderten in die Kaue. Das war ein kalkweißer Saal zur ebenen Erde. Lange Steintröge mit fließendem Wasser flankierten die Wände. Von der Decke baumelte in gedrehten Wirbeln das verschwärzte Blau der Arbeitsanzüge.
Man zog sich um. Die Luft stank von Schweiß und verschwitzter Unterkleidung. Dann standen Akte: blank wie Bronzen von Meunier.
Tatzenbreite Klauen klatschten zum Spaß auf muskulöse Schultern. Krampfadern standen geschwollen auf Fleischklumpen der Oberarme und Unterschenkel. Geschlechtliches lag dumpfverkrochen in den Höhlen. Nur das gewohnte Werfen mit Zoten, das gering und automatenhaft war, täuschte Springlebendigkeit vor.
Die Glocke ratterte wieder. Und ein Blöken schwoll wie Gedränge von Schafen im engen Stall. Hitzige Geräusche aus den Kehlen hatten aber kein Medium zu durchdringen.
Juppchen stand mit hochroten Wangen und klopfenden Herzens da. Etwas in ihm, das lange geschwiegen hatte, jubelte auf.
Der Vater aber sagte plötzlich ganz barsch: „Marsch, hallo!“