Der rote Jean, der aus dem Vlämischen stammte, warf die Eisen einfach fort und verkroch sich hinter das Gestänge. Ein schweres Grauen war über ihn gekommen, denn er hatte in der verflossenen Nacht einen bösen Traum gehabt. Er hatte seinen Vater rot und groß gesehen. Seinen Vater, der vom Förderseil aufgerissen wurde, vor Jahren, im Leichenkittel über die Halde tanzen sehen.
„Du Séverin!“ heulte er auf und wischte sich den Schmutz von den dünnen Lippen.
Séverin blickte nicht auf von der Arbeit. Er lag auf den Knien und arbeitete, daß ihm die Zunge breit aus dem Halse hing.
Hin und wieder tat er ein paar Fehlschläge. Dann rann ihm das Blut aus großen Wunden von den Händen. Aber er zuckte nicht. Er fühlte sich wie ein Teil dieses Gebirges, das den anderen wie ein massiver Haufen aus dicker, ansteckender Finsternis erschien, in die sie ohnmächtig hineinbellten.
Endlich hatte er ein riesiges Loch geschlagen. Das Geröll quatschte auf seine Lenden wie lauter feuchte Sandsäcke.
Er beugte sich vor, tastete klirrend herum, ergriff die Flasche vom Rücken und goß sie ganz in sein inflammiertes Inwendige.
Als ihm der letzte Tropfen des Fusels durch den Schlund gefahren war, fühlte er wieder, was er vorhatte und schleuderte die Flasche zurück.
Der Hammer sprang wie geölt von seinen Schultern herab.
Rings war es ganz still geworden von den Fäustelschlägen der anderen.
Jean stand mitten im Gang und schrie noch einmal: „Du . . . du . . . Séverin . . . du . . . Mörder!“