Jenes schwarze Gespenst schien der Schatten seines auffallend gekleideten Gebieters zu sein.
9.
Hü, Esel!
Wo auch immer diese Persönlichkeit und sein Untergebener vorüberkamen, verließen die Arbeiter ihre Thätigkeit und entblößten ihre Häupter so tief, daß der Hut die Erde fast berührte, doch eigentlich mehr aus Furcht als aus Achtung; war er vorüber, so sagten sie mit leiser Stimme:
»Heute geht aber der Herr Corregidor sehr früh zur Seña Frasquita.«
»Sehr früh... und allein!« fügten andere hinzu, die gewohnt waren, ihn diesen Spaziergang immer in Gesellschaft verschiedener anderer Personen machen zu sehen.
»Höre du, Manuel, warum geht wohl der Herr Corregidor heute allein, um die Seña Frasquita zu besuchen?« fragte eine Bäuerin ihren Mann, der sie hinter sich auf dem Esel hatte.
Und während sie ihn fragte, kitzelte sie ihn, um ihn zu reizen. »Denk' doch nicht gleich Schlechtes, Josepha!« rief der gute Mann aus, »die Seña Frasquita ist nicht imstande...«
»Sage ich denn das Gegenteil? Aber darum ist doch der Herr Corregidor nicht etwa nicht imstande, sich in sie zu verlieben... Ich habe sagen hören, daß von allen, die zu den Schmausereien nach der Mühle gehen, dieser Madrider, der den Unterröcken so nachläuft, der einzige ist, der mit bösen Absichten dorthin geht.«