10.
Vom Rebengeländer aus.
Während so die den Corregidor grüßenden Ackerleute unter sich sprachen, sprengte und fegte die Seña Frasquita sorgfältig den gepflasterten Platz, welcher der Mühle als Atrium diente, und stellte ein halbes Dutzend Stühle dahin, wo das Weinlaub der Laube noch am dichtesten war, auf welche Tio Lucas gestiegen war und die besten Trauben abschnitt, um sie künstlerisch in einem Korbe zu arrangieren.
»Nun ja, Frasquita,« sagte der Tio Lucas oben von der Laube herunter, »der Herr Corregidor ist in sehr schlechter Weise in dich verliebt.«
»Das habe ich dir schon vor langer Zeit gesagt,« antwortete die Frau aus dem Norden; »aber laß ihn doch seufzen... Nimm dich in acht, Lucas, daß du nicht fällst!«
»Sei ohne Sorge, ich halte mich schon fest.... Auch gefällst du dem Herrn...«
»Hör 'mal, jetzt höre auf mit deinen Nachrichten,« unterbrach sie ihn. »Ich weiß nur zu gut, wem ich gefalle und wem nicht. Wenn ich doch nur ebenso gut wüßte, warum ich dir nicht gefalle.«
»Na, das ist stark. Weil du so häßlich bist!« antwortete Tio Lucas.
»Hör 'mal... häßlich und alles, ich bin imstande, auf die Weinlaube zu steigen und dich kopfüber auf den Boden zu werfen.«
»Viel wahrscheinlicher wäre es, daß ich dich nicht von der Laube herabsteigen ließe, ohne dich vorher lebendig aufzuessen.«