Der Herr Juan Lopez, der sowohl als Privatmann wie auch als Schulze die personifizierte Grausamkeit und der eitle Stolz war, wenn es sich nämlich um seine Untergebenen handelte, geruhte jedoch zu jener Stunde, nachdem er die öffentlichen Angelegenheiten und sein eigenes Anwesen besorgt und seiner Frau die gewohnte, tägliche Tracht Prügel verabreicht hatte, in Gesellschaft des Schreibers und des Küsters einen Krug Wein zu trinken, eine Operation, die bereits über die Hälfte jenes Abends in Anspruch genommen hatte, als der Müller vor ihm erschien.

»Holla, Tio Lucas,« sagte er zu ihm, und kratzte sich den Kopf, um die Ader der Täuschungen anzuregen. »Wie geht's mit Eurer Gesundheit? Sekretär, schenkt dem Tio Lucas ein Glas Wein ein. Und die Seña Frasquita? Ist sie noch immer so reizend? Ich habe sie schon seit so langer Zeit nicht gesehen. Aber, Gevatter, ist Euer Mehl jetzt gut!... Das Roggenbrot sieht aus wie vom feinsten Weizen. Also... na... Setzt Euch und ruht aus; denn, Gott sei Dank, wir haben keine Eile.«

»Was mich betrifft, verflucht, wenn ich sie hätte,« antwortete Tio Lucas, der bis dahin noch nicht den Mund aufgemacht hatte, dessen Argwohn aber immer größer wurde, als er den ihm zu Teil gewordenen freundschaftlichen Empfang nach einer so drohenden und dringenden Ordre sah.

»Nun also, Tio Lucas,« fuhr der Alkalde fort, »wenn Ihr auch keine große Eile habt, dann könnt Ihr ja heute Nacht hier schlafen, und morgen früh machen wir dann unser Geschäft ab.«

»Das scheint mir sehr gut,« antwortete Tio Lucas mit einer Ironie und einer Verstellung, die der Diplomatie des Herrn Juan Lopez um nichts nachgaben. »Da die Sache nicht eilt, so werde ich die Nacht außerhalb des Hauses zubringen.«

»Weder eilt sie, noch ist irgend welche Gefahr für Euch dabei,« fügte der Alkalde hinzu, getäuscht von dem, den er zu täuschen glaubte. »Seid ganz ruhig. Höre du, Toñuelo, nimm die halbe Fanega herunter, damit sich der Tio Lucas setzen kann.«

»Nun denn... gebt mir noch einen Schluck,« rief der Müller aus, indem er sich setzte.

»Kommt her!« antwortete der Alkalde und reichte ihm das volle Glas.

»Es ist in guter Hand. Trinkt nur zuerst.«

»Nun denn, auf Eure Gesundheit,« sagte der Herr Juan Lopez und trank die Hälfte des Weines aus.