Aber bald beruhigte sie sich, denn sie sah ein, daß der Feuer schlagende Mann und der zuerst schreiende Esel etwas Zusammengehöriges bildeten, und daß diese Wesenheit in der ihr entgegengesetzten Richtung entflohen war.
»Einem Feiglinge begegnet ein noch größerer Feigling,« rief die Müllerin und lachte über ihre Furcht und die des andern.
Und ohne weiteren Unfall gelangte sie ungefähr um elf Uhr nachts an das Haus des Dorfschulzen.
24.
Ein König von damals.
Schon lag der Herr Alkalde in tiefem Schlafe, indem er seinen Rücken dem seiner Ehehälfte zuwendete und, wie unser unsterblicher Quevedo sagt, auf diese Weise die Figur des österreichischen, zweiköpfigen Adlers bildete, als Toñuelo an die Thür des ehemaligen Schlafgemaches klopfte und den Herrn Juan Lopez benachrichtigte, daß die Seña Frasquita, die von der Mühle, mit ihm zu sprechen verlange.
Wir sehen davon ab, alle Flüche und Schwüre, welche das Aufstehen und Ankleiden des Dorfschulzen begleiteten, wiederzugeben und versetzen uns in den Augenblick, in dem die Müllerin ihn herankommen sah, wie er die Schläfrigkeit von sich zu schütteln suchte, gleich einem Gymnastiker, der seine Muskulatur versucht, und unter unendlichem Gähnen ausrief:
»Guten Abend, Seña Frasquita! Was bringt Sie hierher? Hat Ihnen Toñuelo nicht gesagt, daß Sie in der Mühle bleiben sollten? Gehorchen Sie so der Obrigkeit?«
»Ich muß meinen Lucas sehen,« antwortete die Navarresin. »Ich muß ihn auf der Stelle sehen. Sie sollen ihm sagen, daß seine Frau hier ist.«