»Amme!« donnerte der Corregidor außer sich. »Hört Ihr nicht, daß ich Euch sage, Ihr sollt die Thüre öffnen? Hört Ihr nicht, daß ich es bin? Wollt Ihr, daß ich Euch auch aufhänge?«

Das Fenster öffnete sich von neuem.

»Aber was soll denn das heißen?« sprach die Amme. »Wer seid Ihr, daß Ihr so schreit?«

»Ich bin der Corregidor!«

»O, ich bin nicht so dumm! Habe ich Euch nicht gesagt, daß der Herr Corregidor schon vor zwölf Uhr nach Hause gekommen ist? Ich habe es doch mit meinen eigenen Augen gesehen, wie er in das Zimmer der Herrin gegangen ist... Ihr wollt Euch nur über mich lustig machen... Aber wartet, Ihr sollt schon sehen, was Euch beschert wird.«

Und plötzlich öffnete sich die Thüre, und eine Wolke von Dienern und Angestellten, mit großen Knüppeln bewaffnet, stürzte sich auf die Draußenstehenden, und wütende Rufe erschallten:

»Wo ist der, welcher sich Corregidor nennt? Wo ist der Tölpel? Wo ist der Trunkenbold?«

Und in der Dunkelheit entspann sich ein solcher Kampf, ein so lauter Lärm, daß keiner den Andern verstehen konnte, und daß sowohl der Corregidor, wie Garduña, Señor Juan Lopez und Toñuelo nicht ohne Schläge ausgingen.

Das war schon die zweite Tracht Prügel, welche das Abenteuer jener Nacht Don Eugenio eingetragen hatte, außer dem Bade im Mühlgraben.

In geringer Entfernung von jenem Labyrinth weinte die Seña Frasquita zum erstenmale in ihrem Leben.