DAS BRAUNE SEIDENWEICHE MUTTERMAL
Sie hatte auf ihrem herrlichen weißen Unterarme ein großes braunes, flaches, mit seidenen Härchen besponnenes Muttermal. Jemand sagte: „Befürchten Sie nicht, daß es dennoch irgend einmal irgend jemand abschrecken könnte?!“ „Im Gegenteil, es ist mein Talisman, ich trage absichtlich immer offene kurze Ärmel, damit der abgeschreckt werde, der sich dadurch abschrecken läßt!“
Einer sagte: „Siehst du, und gerade das gefällt mir an dir am besten!“
„Besser als meine wunderbaren Augen?!“
„Viel, viel besser! Denn mit den Augen ziehst du alle Kerls an, aber damit ist doch wenigstens die Möglichkeit vorhanden, daß einige abfallen!“
JAPAN
Ich bin natürlich gegen die Japaner, sie haben mich als Menschen enttäuscht, aber nicht als Klein-Künstler! So ergeht es nämlich auch vielen bei mir. Niemand hält eben in seinem Alltäglichen, was er in seinem Feiertäglichen verspricht! Ich besitze in meinem Zimmerchen eine japanische dreistöckige Etagere aus braunem und gelbem Bambus.
Sie ist so zart und fein zusammengeflochten wie irgendeine besondere Pflanze von Natur aus. Ich liebe sie, trotzdem sie von den jetzt verhaßten und verachteten Japanern herstammt. So sollte man in allen, in allen Dingen sein! Selbst die Hände und Füße derjenigen noch bewundern können, die uns mit Herrn B. v. G. betrogen hat! Und so mit Menschen, pardon, mit Männern, mit Staaten, mit Nationen! Der Kreuzotter schwarzgraue Schuppenhaut noch bewundern können, während sie uns tödlich sticht!
Was ich außerdem über diesen Krieg als Dichter zu sagen habe?! Bis 1. Dezember 1914 habe ich in meinen neuen Skizzen alles gesagt. Bin selbstverständlich weder Historiker noch Kriegsberichterstatter, Gott sei Dank!