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Verkehr mit edlen Frauen.
Es ist künstlerisch-nobel, seine Perlen unter den Tisch fallen zu lassen. Aber es muß sich eine finden, die sie zärtlich aufklaubt!
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Ὅρκος ὀδόντων, der Stachelzaundraht. Gehe äußerlich so exzentrisch gekleidet, daß dich schon im vorhinein jene meiden, die dann mit Entsetzen sonst erst zu spät es merken würden, wie sehr du dich erst recht innerlich von ihnen, Gott sei Dank, unterscheidest!
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Ich habe viele Freunde, aber wenig Brüder! Freunde sind die, die das noch verstehen, was sie verstehen können an mir! Aber Brüder sind die, die auch das noch an mir verstehen, was sie nicht mehr verstehen können!
GESPRÄCH MIT DER WUNDERSCHÖNEN SIEBZEHNJÄHRIGEN AUS SARAJEWO
„In einer kleinen abgelegenen Stadt, umringt von romantischen Wildnissen, haben wir viel voraus vor unseren unglückseligen Mitschwestern in den flachen Großstädten. Wir haben voraus: Langweile, Nachdenken, Melancholie! Wir bekommen es sehr bald heraus, daß es nur sehr sehr wenige Männer gebe, die uns befriedigen können: Mozart, Schubert, Hugo Wolf, Tschechow, Beethoven, Emerson, Tolstoi, Hamsun, Grieg. Aber den anderen genügen wir nicht. Das heißt sie bilden es sich momentan ein, daß wir ihr Höchstes seien. Aber da sie unseres nicht sein können, können wir auch nie eigentlich das ihre sein! Nur gleich und gleich gesellt sich gern! Wir aber leben ungesellig, mit unseren Göttern, unseren Männern!“