Die Auswahl aus meinen Büchern
Vierte Auflage. Geheftet 3 Mark, gebunden 4 Mark.
Wie ich es sehe
Es ist ein schönheitstrunkenes Evangelium raffiniert gesteigerten und doch kindlich-reinen und seelenvoll-heiteren Lebensgenusses der Sinne und des Geistes. Und dabei eine ganz neue Gattung in Stil und Vortrag. Die Ausdrucksweise subtilster Gefühlsregungen ist dadurch wesentlich bereichert worden. Schattierungen im Empfindungsleben spricht es aus, die bisher unausgesprochen waren, in deutscher Sprache wenigstens. Dadurch gewinnt das Buch eine besondere Bedeutung. Die Mittel der Darstellungskunst werden ganz einfach dadurch erweitert. Es ist wie ein neues Instrument, mit Saiten, die man noch nicht kennt und die, nur leise und linde berührt, eine ganze Welt von Tönen hören lassen.
(Grazer Tagespost)
Was der Tag mir zuträgt
Um seine Altenbergereien, seine eigenen Nuancen, von Humor, von Liebe, von Heldenverehrung, von Sinnlichkeit, von Trauer gut auszudrücken, hat Peter Altenberg seine persönliche Kunstform erfunden, und sie feiert in diesem Band voll bunter, amüsanter, zusammengetragener kleiner Skizzen wieder große Triumphe. Er läßt eine Tischrunde ruhmhungriger junger Leute eine Zeitschrift begründen und den Herausgeber mit der großen Brieftasche umschwärmen; da zittert und schwirrt es bei scheinbar sachlichen Gesprächen nur so durcheinander von allen möglichen Ober- und Untergedanken der ungeduldigen Jünglinge. Oder er liest einem jungen Mädchen, das den ersten Tag seines Dienstes am Postschalter hat, die ganz und gar nicht zur Sache und zum Dienst gehörigen, zwischen Federeintauchen und Auskunftgeben vorüberblitzenden Vorstellungen ab. Ganz ohne Romantik, wie sie früher in solchen Fällen beliebt war — früher hätte eine solche Postnovize zumindest ein sterbendes Kind zu Haus gehabt — ganz ohne äußeren Aufputz; ganz den wirklichen Beobachtungen und ihren verborgenen Geheimnissen entsprechend; ganz wie der Tag es ihm zuträgt.
(Die Zeit, Wien)
Prodromos
Peter Altenberg gibt in seinem neuesten Aphorismenwerk eine Anleitung zum Lebensgenuß. Er sagt uns, was wir essen und trinken sollen, wie wir unseren Körper pflegen sollen, indem er die Behaglichkeit und die Beweglichkeit des Seelenlebens schildert, die wir dadurch gewinnen. Es sprüht in diesem Buch auf allen Seiten, und dieser Funkenregen eines lustigen Philosophen zerstört die lasse Moral eines satten Philistertums so unerbittlich, wie die Müdigkeit einer Nur-Ästhetik. Es ist ein Lebensbuch von unerschöpflicher Klarheit, eine ganz moderne Philosophie von Leib und Seele, wie sie gleich einheitlich nur im Athen eines Plato oder im Rom des Neuplatonismus geschrieben werden konnte, wie sie in den Religionen Buddhas und Alexandrias vorherrscht, er baut den Vorhof zu einem Tempel der zukünftigen Menschheit.