»Herr Pastor,« erwiderte die Frau, »seitdem ich weiß, daß Gott alles sieht, wische ich in dem Hause, in dem ich bedienstet bin, den Staub auch unter den Teppichen auf — — —.«
Vielleicht ist auch dies gerade das tiefste Wesen der Liebe, einer Art von Realreligion: die Frau hält ihre Seele rein, sogar dort, wo niemand es mehr sieht und bemerken kann!
WIE SIE ES GLAUBEN WOLLEN, SO IST ES!
P. A. erhob sich von seinem Schmerzenslager, ging auf den Blumenmarkt, kaufte purpurrote Buchenzweige, schneeweiße Tazetten, zitronengelbe Nelken, dunkle Veilchen und riesig viele goldgelbe Mimosen mit graugrünen gefiederten Blättchen.
Und das ihre Dame vergötternde Stubenmädchen rief ihn an telephonisch: »Meine Gnädige schläft noch. Sie wird sich freuen beim Erwachen. Sie hat ein wunderschönes Bukett bekommen.«
Und er: »Von wem kann es denn sein?!?«
»Hoffentlich von Herrn L. Das würde sie am meisten beglücken.«
»Ja, es ist richtig von Herrn L.! Aber bitte, sagen Sie nicht, daß Sie es durch mich erfahren haben, sondern nur als Ihre eigene Vermutung.«
Und am nächsten Tage sagte die Dame beglückt zu Herrn L.: »Ich habe wunderbare Blumen erhalten gestern ...«
Und Herr L. erfuhr durch das süße Stubenmädchen, wie die Sache sich eigentlich wahrscheinlich verhalten habe ...