Naturempfinden ist wie die Mutterliebe eine ewige rastlose Emotion. Man kann nicht sagen: Hier ist es schön! Man muß erfüllt sein, krank, von allem anderen losgelöst, begeistert, gerührt, dankbar und erstaunt! Man muß sich sagen: Wie komme ich dazu, das zu erleben, zu erschauen?! Es muß ein „Nervenrausch“ sein, sonst ist es nichts, nichts! Es darf keinerlei Zweck haben für die werte Gesundheit, es muß von selbst wirken und beglücken, wie das Antlitz der jungen Mutter, die sich über die Wiege des soeben erwachten Kindchens beugt. Ein Glücksschimmer ist da über seinem Antlitz, weshalb, das weiß niemand. So muß die Natur wirken! Sie ist kein hygienisches Heilmittel, pfui, sie ist ein Mysterium. Nimm gewisse Vögel aus dem Wald, und sie sterben vor Gram. Gib sie zurück, und sie zwitschern Dankgebete. So ist das Naturempfinden. Eine heiße, süße, zehrende Leidenschaft der Seele! Sport und Hygiene sind Börsenmanöver, die die modernen Menschen mit dieser Kirche „Natur“ effektuieren!
NOCH NICHT EINMAL SPLITTER VON GEDANKEN
Dialog
„Sie haben erklärt, ich hätte die feinstmodellierten Nasenlöcher, die es gäbe?! Das ist nicht sehr viel — — —.“
„Nein, es ist nur Edelrassigkeit!“
Extrakt eines Königinnenlebens:
„Die Königin fühlte sich am wohlsten, wenn sie bei einer edlen Zigarette, mit Gräfin P. A. über ihr Lieblingsthema, die Krankenpflege, plaudern konnte.“
Die Philosophie:
Sie war die Lieblingsschülerin des berühmten alten Professors E. in Pr. Und dennoch sagte sie: „Zu braunem Musselinkleide gehören eben unbedingt braune Strümpfe, braune Schuhe, brauner Schirm!“ Dennoch?! Nein, deshalb!
Leben des Alternden