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Der Blick, mit dem sie einen anderen liebenswürdig anschaut, macht mich, mich allein unglücklich! Daher gehört dieser Blick mir, mir, und nicht ihm, dem eitlen Laffen!
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Mir, mir allein gehört alles, was von ihr kommt, Böses und Gutes, denn ich, ich allein empfinde es!
VORFRÜHLING
Von den braunroten Dachschindeln rieseln grauglänzende Bäche. Man muß diesen harten Winter wegschwemmen, auflösen. Die Blumen und Gräser wollen auch schon heraus, nicht nur die genialen Schneerosen und Eriken, die der Nachwinter nicht geniert. Aber es gibt diskretere Kräuter, die erst auf den ernsten „Ruf des Frühlings“ Folge leisten und nicht gewillt sind, mit Schnee und Kälte zu „paktieren“. Das Berg-Schneeglöckchen zum Beispiel, das Leberblümchen und der Frühlings-Enzian. Die lassen mit sich kein Geschäft machen; ein paar sonnige Tage können sie nicht verführen, ihre Pracht zu entfalten. Sie wollen Numero Sicher gehen, also eigentlich „Philister der Blumenwelt“. Nicht vorzeitig verwelken wollen, ist immer eine Art von „philiströser Tätigkeit“! Franz Schubert, Hugo Wolf usw. usw. hatten sie nicht. Leute, die „Eau de Vichy“ trinken statt „Enzian-Schnaps“, sind zu verwerfen! Sie legen zuviel Wichtigkeit ihrem absolut unwichtigen Organismus bei. Ich bin gewiß für Gesundheit. Aber sie muß auch für andere wertvoll sein. Die Gesundheit der Wertlosen ist wertlos! Der „Hypochonder“ hat irrige Ideen vom Werte seiner Erhaltung! Wir verzichten gerne auf seine Lebenskräfte, die uns doch nichts bieten können! Ein „reeller Kranker“ ist uns lieber als ein „falscher Gesunder“! Das merkt euch, ihr „Wucherer mit der Gesundheit“! Früchte, die fallen wollen, soll man abreißen! Aber statt dessen läßt man sie oben, und sie schreiben fünfaktige Dramen, oder malen, oder bildhauern, jedenfalls treiben sie irgendeinen schädlichen Unfug!
DAS GLÜCK
Ich erwartete das Glück vergeblich Jahre und Jahre lang. Endlich kam es und setzte sich zutraulich an mein Bett. Es hatte gelbbraunen Teint wie die Javanerinnen, schmale, lange Hände und Finger, Gazellenbeine und bewegliche lange Zehen. Ich sagte: „O, bist du wirklich, wirklich endlich das Glück, das lang ersehnte, tief entbehrte?!?“ — „Ich werde es dir morgen schreiben, ob ich es wirklich bin oder nicht. Du wirst selbst urteilen — — —.“
Am nächsten Morgen fand ich einen Zettel, auf dem geschrieben stand: „Adieu, auf Nimmerwiedersehen — — —.“ Ja, es war also wirklich und wahrhaftig „das Glück“ gewesen!