„Ich wasche mich täglich unmittelbar nach dem Aufstehen vom Kopfe bis zu den Zehen, zuerst lau und dann kalt,“ sagte das wertvolle moderne Mädchen zu mir.

„Sehr gut,“ erwiderte ich, „aber ich glaube nicht, daß Jeanne d’Arc dazu immer Zeit hatte, als sie in die Schlacht mußte, um Frankreich zu erretten!“

Als ich sehr krank lag, nahm es mich immer „Wunder“, daß meine Geliebte, nach einer durchwachten und durchsorgten Nacht, noch immer die Energie fand, sich morgens vom Kopf bis zu den Zehen einzuseifen und abzuspülen.

Sie sagte zwar: „Das tue ich, um mich für dich frisch zu erhalten!“

Aber, siehe, ich glaubte ihr das nicht.

Es war das „gottlose Weibchen“ in ihr, das trotz allem und unter allen Umständen, sich appetitlich erhalten wollte! Für wen?! Nun — — — für alle!

RESPEKT

Er war immer, immer gerührt, ergriffen durch ihre „Persönlichkeit“, die auch die lange Krankheit nicht in ihr vernichten konnte. Er hatte immer die Idee, sie würde mit dem letzten Atemzuge noch einen überaus herzigen und aparten Clowntrick machen, und z. B. sagen: „O, Peter, ich werde also, wenn ich hinkomme morgen, den Petrus bitten, er soll, wenn du ankommst, dir deine vielen Sünden verzeihen, schon weil du sein Namensvetter bist!“

Infolgedessen konnte er sich nicht enthalten, sie im Gespräche hie und da zärtlichst bei der Hand, am Arme, am Haupte, anzurühren. Wie ein süßes Kindchen.

Da sagte sie eines Tages: „Frau Lilly rührst du nie an, obzwar du sie auch sehr gern hast! Du hast aber mehr Respekt vor ihr! Siehst du?“