Das Erste, was sie zu thun bekam, war, Wasser im Sieb zu holen. Ja, sie ging auch zu dem Brunnen und schöpfte Wasser ins Sieb; aber sowie sie es oben hineinschöpfte, lief es unten immer wieder heraus. Da sangen die Vöglein:
»Kleb' mit Lehm,
Stopf mit Stroh!
Kleb' mit Lehm,
Stopf mit Stroh!«
Aber sie bekümmerte sich nicht um Das, was die Vögel sangen, sondern warf mit dem Lehm nach ihnen, so daß sie davon flogen; und sie mußte mit dem leeren Sieb wieder nach Hause gehen und bekam Gnickpümpe von dem Trollweib obendrein. Darauf sollte sie den Stall ausmisten und die Kühe melken. Dazu däuchte sie sich nun zwar viel zu gut, aber sie ging doch hin. Als sie in den Stall kam, konnte sie jedoch auf keine Weise die Schaufel handthieren, denn die war viel zu schwer und zu groß für sie. Die Vögel sagten ihr nun eben Das, was sie der Tochter des Mannes gesagt hatten, sie solle ein Wenig mit dem Besenstiel hinauswerfen, dann würde all das Übrige nachfliegen; aber sie nahm den Besen und warf damit nach den Vögeln. Als sie darauf die Kühe melken wollte, waren diese so unruhig und schlugen und stießen, und so oft sie ein Wenig in den Eimer bekommen hatte, schlugen sie ihn immer wieder um. Da sangen die Vögel:
»Kleinen Trunk,
Kleinen Strahl
Stripp zu den Vöglein
Allzumal!«