Ich war schon erwachsen, da war es in einer Herbstnacht, daß mich mein Vater aufweckte und sagte: »Wenn Du die graue Tanne willst brennen sehen, so geh' vor das Haus!«
Und als ich vor dem Hause stand, da sah ich über dem Walde eine hohe Flamme lodern, und aus derselben qualmte finsterer Rauch in den Sternenhimmel auf. Wir hörten das Dröhnen der Flammen, und wir sahen das Niederstürzen einzelner Äste; dann gingen wir wieder zu Bette. Am Morgen stand über dem Wald ein schwarzer Strunk mit nur wenigen Armen – und hoch am Himmel kreiste ein Geier.
Wir wußten nicht, wie sich in der stillen heiteren Nacht der Baum entzündete, und wir wissen es noch heute nicht. In der Gegend ist Vieles über dieses Ereignis gesprochen worden, und man hat demselben Wunderliches und Bedeutsames zu Grunde gelegt. Noch einige Jahre starrte der schwarze Strunk gegen den Himmel, dann brach er nach und nach zusammen, und nun stand nichts mehr empor über dem Wald.
Auf dem Stocke und auf den letzten Resten des Baumes, die langsam in die Erde sinken und vermodern, wächst das Moos.