»Sei still davon!« sagte der Vater, »ich mag's nicht hören.«
»Du magst es nicht hören und hast ihn mit Deiner Herbheit selber vertrieben.«
»Mit diesem Zweiglein hätte ich ihm kein Bein abgeschlagen,« versetzte er und ließ die Birkenrute auf den Tisch niederpfeifen.
»Aber jetzt, wenn ich ihn erwisch', schlag ich einen Zaunstecken an ihm entzwei.«
»Thue es, thue es – 'leicht thut's ihm nicht mehr weh,« sagte die Mutter und setzte das Weinen fort. »Meinst, Du hättest Deine Kinder nur zum Zornauslassen? Da hat der lieb' Herrgott ganz recht, wenn er sie beizeiten wieder zu sich nimmt! Kinder muß man lieb haben, wenn etwas aus ihnen werden soll.«
Hierauf er: »Wer sagt denn, daß ich den Buben nicht lieb hab'? Ins Herz hinein, Gott weiß es! Aber sagen mag ich ihm's nicht; ich mag's nicht, und ich kann's nicht. Ihm selber thut's nicht so weh als mir, wenn ich ihn strafen muß, das weiß ich!«
»Ich geh' noch einmal suchen!« sagte die Mutter.
»Ich will auch nicht dableiben!« sagte er.
»Du mußt mir einen warmen Löffel Suppe essen! 's ist Nachtmahlszeit,« sagte sie.
»Ich mag jetzt nichts essen! Ich weiß mir keinen andern Rat,« sagte der Vater, kniete zum Tisch hin und begann still zu beten.