Es hielt schwer, ihm die Sache begreiflich zu machen, und er rief immer wieder aus, zerfetzen möchte er das schlechte Zeug, wenn's ihm um die heilige Weih' nicht leid thäte.
Ein andermal hatte ich mit demselben Manne eine viel gefährlichere Begegnung. Es waren zur selben Zeit noch die kleinen Papierzehner im Land. Ein solches Notlein habe ich wundershalber einmal nachgemacht. Dem Knecht Marcus kam es zu Augen, der schmunzelte das Streifchen an und ersuchte mich, daß ich es ihm ein wenig leihe. Einen Tag später begegnete ich auf dem Feldwege dem Riegelberger. Er grinste mich schon von weitem an und lächelte mir dann freundlich zu: »Büberl, Du wirst aufgehenkt.«
»Ihr meint, weil ich so allerhand Bildeln gemalt hab'?«
»Bildeln, so viel Du willst. Aber die falschen Banknoten! Ja, lieber Freund! Einen hab' ich von Dir in der Brieftasche und geh' gerade, mir jetzt dafür Tabak kaufen.«
Ich denke, daß ich über diese Mitteilung sehr blaß geworden bin, denn der Riegelberger sagte nun: »Auf ein Pfeiferl hab' ich noch in der Blader. Was giebst mir zu Lohn, wenn ich mir das Pfeiferl jetzt mit Deinem neuen Zehner anzünde?«
In demselben Augenblick ist mir ein Gedanke durch den Kopf geflogen, den ich einfing, weil er mir nicht schlecht vorkam.
»Ihr meint, Riegelberger, weil ich erschrocken bin?« sagte ich; »erschrocken bin ich nur, weil Ihr den schrecklichen Frevel begehen wollt.«
»Möcht' wissen, wie so ich –?«
»Das Papierzehnerl, das Ihr von mir in der Brieftasche gehabt, ist unter meine Heiligenbilder gekommen. Ist in Zell geweiht worden!«
»Geh, geh, das Geld nimmt keine Weih' an,« versetzte der Riegelberger.