„Ist auch gut,“ meinte der Melchior, „sie heiratet das Geld! mein Weib muß mich heiraten.“ – Einmal aber, als der Knecht die Sache so recht überdacht hatte, war er doch wild geworden, hatte sich in seinem Zorne die Zipfelmütze vom Haupt gerissen und sie mit den Füßen getreten. – „Geld!“ schrie er laut, „Geld! Wiederum ist es dieses Best, das mich will zugrunde richten. Meinen Vater, meine Mutter, meinen Bruder, meine Herzliebste hat mir das Geld gefressen!“
Der Bauer hatte es gehört. „Geh, Melchi,“ sagte er, „sei kein Narr. Geld muß der Mensch mit Geld wett machen! Wirst auch noch einmal was anfangen können, Junge; Du weißt, was Du bei mir liegen hast.“
„Mag nichts hören davon!“ schrie der Bursche und stampfte den Fuß auf den dröhnenden Boden.
Bei der Hochzeit der Butterdirn war der halbe Hochweidhof mitgewesen, auch der geknickte Zaunpfahl hatte nicht gefehlt, war sogar auf einem Ehrenplatz gesessen und hatte unerhört viel Braten und Krapfen verzehrt. Der Remini Dreihand war ein guter Freund des Bräutigams.
Der Melchior war am Hochzeitstage auf der Alm wie ein wildes Thier herumgerannt. Ueber die Heukehr war er gelaufen, wo die kleine Toni so oft die Ziegen gefüttert hatte. Aber als er am Schachen des Hochbodens vorüberging, da lachte er hell auf und die Bäume lachten mit. Eilig ging er der Hütte auf der Hinteralm zu, nahm das Sennermägdle bei der welken Hand und sagte: „Vergelt’ Euch Gott den Pfingstsonntag!“
Die Liebe blutet.
Jetzt gingen der Jahre eines und zweie und etliche dahin.
Der Melchior blieb auf der hohen Weid und war fleißig und verläßlich und arbeitete für Zwei.