»Der Herr Böhme hat ihm ja die Uhr geschenkt,« sagte Elias.
Nun hoben sich die Köpfe. »So, so, geschenkt hat ihm der Herr Böhme die Uhr?! Ja, wann war denn das?«
»Unterwegs.«
»Sie, Rufmann,« sprach der Gerichtsrat, »sagen Sie einmal selbst, wird ein Tourist im Gebirge seine Taschenuhr herschenken, wenn er einen unbekannten Weg geht?«
»Das ist so gewesen,« antwortete Elias ruhig. »Mein Bruder hätte immer gern eine Taschenuhr gehabt und hat unterwegs, wie der Fremde auf die Uhr schaut, davon gesprochen, der höchste Wunsch wäre ihm so eine Uhr. Da hat der Herr gelacht und gesagt, wenn kein Wunsch auf dieser Welt schwerer erfüllbar wäre! Und hat die Uhr samt der Kette gleich von der Weste gelöst und meinem Bruder gegeben. Sie sei als Führerlohn. Mein Bruder hat gleich gesagt, wenn er sie ihm später wollt schicken, über’s Gebirg möcht er sie doch noch behalten. Hat der Herr gesagt: Weiß ich den Weg, so brauche ich keine Uhr. Den Weg zeigen Sie mir ja, und drüben im Kulmtal getraue ich mir eine bessere zu erstehen. Da hat mein Bruder die Uhr angenommen.«
Mit fliegender Hand hatte der Schreiber diese wichtige Aussage aufs Papier gebracht.
Der Gerichtsrat fragte nun weiter: »Als Sie nun beide in der Seealmhütte waren, was haben Sie da gemacht?«
»Wir haben nachgesehen, was fehlt, haben unser Mittagbrot gegessen und uns auf den Heimweg gemacht.«
»Sagen Sie, Elias Rufmann, war Ihnen unterwegs nicht schlecht geworden?«
»Schlecht? Nein.«