»Die Suppen steht schon seit einer halben Stund auf dem Tisch, sie wird kalt!« sagte sie munter.

»Stell sie ans Feuer. In einer halben Stund kommen wir, derweil wird sie wieder warm,« antwortete der Vater, da war sie schon fort.

Der Förster schaute eine Weile auf die Tür hin, als ob die Erscheinung noch einmal auftauchen müßte. Der Wirt schaute den Freund an mit einem Blick, in dem freudiger und demütiger Vaterstolz leuchtete.

Endlich sagte der Förster: »Sapperment, die ist schön geworden!« Und summte launig: »Jetzunter geht das Frühjahr an! – Michel, auf die gib acht!«

»’s ist nit so gefährlich, wenn’s so bleibt,« sagte der Wirt. »Vor der haben die Wildbären Respekt. Laß dir sagen. Am vorigen Sonntag auf den Abend in der Gaststuben, wie die Bauern und die Holzleut schon beim gewissen Reden sind, weißt eh, da fahr ich sie zweimal an: Seids stad! Weil mir schon graust. Gelacht habens und noch kecker haben sie’s getrieben, die Saumagen. Tritt auf einmal das Mädel in die Stuben, zum Gläserkasten, ich weiß nit, eine Noten oder was hat sie zu wechseln gehabt. Abgezuckt haben die Manner in ihrem sauberen Diskurs, still sind sie gewest und einer hat beim Fenster ’naus geschaut: Schneien tat’s anfangen. Ihr lustiges Gesichtl schaut über die Leut hin, nachher ist sie wieder hinausgegangen. Das hat mir gefallen.«

»Im Wald ist’s auch so,« sagte der Förster, »wohin die Sonne scheint, da wachsen keine Giftschwämme. – Unsere liebe Frau beschütze uns die Kinder!«

Es war ein Gebet mit Glockenläuten, denn sie stießen klingend die Gläser an.

»Und jetzt komm, Rufmann, und iß mit uns zu Mittag. Bissel Fastenspeise, viel kriegst eh nit.«

»Wenn du dein Wort hältst, auf einen Halberabendkaffee demnächst im Forsthaus.«

Heimkehr ins Forsthaus