Als sie am Nachmittag gegen Ruppersbach kamen, sagte der Friedl: »Na, durch das Nest mag ich nit gehen.«
Da schlugen sie links einen Feldweg ein, um dem Dorfe auszuweichen. Sie kamen an den hohen Pappeln vorbei, die in einer Reihe standen wie Riesenlanzen. Unter denselben zog sich eine Mauer hin. Sie gingen der Mauer entlang, da kamen sie zum Tor, das offen stand. Elias konnte an keinem Friedhofe vorbeigehen, ohne den Hut vom Haupte zu ziehen und ein Vaterunser zu beten. Und wenn er drinnen mitten unter den weißen Mäuerlein und kleinen, schief stehenden Kreuzlein ein großes Christusbild ragen sah, da ging er hinein, schaute zum Erlöser auf und las dann Inschriften der Denkmäler. So tat er auch heute und der Friedl ging mit ihm. Auch der las Grabschriften, und zwar darauf hin, ob sie ungereimt und spaßig wären. Dieweilen wird’s ein bissel kühler zum Wandern.
»Schau, was Leut sterben!« sagte er jetzt, zeigend auf die frische Hügelreihe mit den unangestrichenen Holzkreuzlein.
Elias trat hinzu und las Namen, wie sie auf den Kreuzchen standen.
»Johann Dröscher.«
»Das ist der alte Müller gewesen,« sagte der Friedl, »weißt, der bucklige Alte, der ganz krumm gebogen war, wo der Saubub, der Wegmacher Kruspel, hat gesagt, den müßten’s, wenn er einmal gestorben wär, in eine Baßgeigenschachtel legen.«
Elias las weiter: »Andreas Holzbruckner.«
»Ist im Rausch in den Fluder gefallen, Gott tröst sein Seel!«
»Maria Buchebner.«
»Ah, das ist die Pichelbäuerin, die soviel hat leiden müssen.«