Sie sangen es selbander und merkten nicht, daß sich das Lied gleichsam von selbst umgedichtet hatte.
Der Tag war heiß geworden. Und als die Sonne herniederbrannte und die Sänger nach besserem Schatten sich umsahen, merkten sie, daß an den Fichten die jungen Triebe welk niederhingen.
»Bissel Nachtfrost haben wir gehabt,« sagte der Förster. »Ich hab’s gleich am Morgen bemerkt, die ganze Wiese vor dem Hause grau. Das macht nicht viel, bei uns oben. Im Gebirge tut das noch nichts um solche Zeit. Ihr da in Eustachen seid wohl rund um zehn Tage voraus. Euch meint es der Ringstein gut, der den Tauernwind bricht. Aber trutz sag ich, ihr müßt warten mit dem Kohlpflanzensetzen noch ein paar Wochen.«
Auf dem schmalen Kiesweglein heran kam wieder das schlanke Mädel langsam und nicht gar lustig. Es glaubte sich allein und zupfte an einem Ruckerl Blütenblättchen ab. Dann warf sie das Blümlein zornig zu Boden und murmelte: »Wenn er nur einmal was sagen tät!«
»Nun, Helenerl, was treibst du, was träumst du, was denkst du?« so grüßte der Förster.
Sie erschrak ein wenig, tat aber nichts desgleichen.
»Meine Freud ist umsonst gewest,« sagte sie heiter, als wäre das spaßig. »Alle Blumen sind hin.«
»Mach dir nichts draus, mein Kind, sie kommen wieder.«
»Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht!« summte der Michel.