„Wie ich wieder munter werd’, lieg’ ich im Bett, steht der Geistliche neben meiner und ist vom Sterben die Red’. Meinetwegen! hab’ ich mir gedacht und bin wieder eingeschlafen. — Aber du! ’s Kugerl hat’s schon gemacht, daß ich nit verschlafen hab’.“
„Hat’s weh gethan?“
„Der Teuxel, freilich hat’s weh gethan.“
„Jetzt, wer hat denn eigentlich geschossen?“
„Der höllverfluchte Menschkerl. Der Jäger Konrad.“
„Wenn dir aber doch recht geschehen ist?“
„Recht geschehen, das freilich. Weil ich gewildert hab’. Und weil’s Wildern verboten ist. Der Jäger hat nit recht gethan, denn weil er auf einen Menschen geschossen hat. Der hätt’ mir die Büchsen können wegnehmen, das hätt’ er können. Wehr ich mich, so darf er auch schießen, das darf er. Aber nit so! So nit. Mörderschuß, sag’ ich. Weil er mir Feind ist gewesen. Das soll er sich merken! Klagen gehen hätt’ ich ihn können, sagt der Kulmbock-Bauer. Was hab’ ich davon, wenn er sitzt? Für so was ist mir meine Hand nit feil. Die verkauf ich teurer, mein Lieber!“
In diesem Augenblicke hättest du ihn sehen sollen, den Jungen. Etwas Unheimliches. Ich wollte ihn beschwichtigen.
„Hat gleich Angst bekommen, der Jäger,“ fährt der Rocherl fort. „Ist noch am selben Tag nachfragen gegangen ins Haus, wie’s mir geht. Nur den Flintenlauf, sagt’ er, hätt’ er mir wollen aus der Hand schießen. Wär’ nit sein Willen gewesen, daß er mich trifft. Wär’ nit so vermeint gewesen, sagt’ er. Bin auch weiter nit bös auf dich, hab ich gesagt. Vielleicht zahl’ ich dir’s einmal ab, vielleicht nit.“
„Ich an deiner Stelle möchte mich mehr um die wunde Hand kümmern, als um den Jäger.“