Sie sprach nicht weiter und so wies sie ihn hin, den lieben Burschen, den sie am liebsten mit beiden Armen an ihr Herz gezogen hätte. Mit einem tiefen Athemzuge ließ Oswald ab. Eine Weile saß er noch stumm auf dem Fensterbrett, dann sagte er traurig: „Gute Nacht, Julina!“ stieg rasch die Leiter hinab, warf diese in das Dickicht und eilte davon.
Der Hammer-Wend in seiner Mauernische ließ verblüfft das Messer in die Scheide gleiten. Mit einer Art von Wollust hatte er in seinem Racherausch den angeschworenen Moment zum Stoße erwartet. Jetzt war das Opfer plötzlich davon, er wußte kaum wie. Nun im Grunde, dachte er, um so besser....
Mit einem Satze war der wilde Essemeister auf dem Fenstergesimse. Ein Schreckruf des Mädchens; sie schlägt das Fenster zu. Er stößt es wieder auf; sie erkennt den Hammer-Wend, ein Stoß mit beiden Armen nach seiner Brust — er taumelt zurück, stürzt nieder in’s Strauchwerk.
Den Essemeister Wendelin haben sie in’s Krankenhaus getragen. Der alte Schloßwart ist mit frischen Salben von einem Arzte zurückgekommen und hofft wohl, daß seine Hand sich wieder insoweit stärken wird, um damit den seither in Anwartschaft stehenden Enkel schaukeln zu können; denn Oswald, der junge Förster, hat um Julinen geworben. Und der Epheu rankt fort und fort, und die Vöglein umkreisen lustig schmetternd, kosend, geheimnißvoll lugend und flüsternd das Fenster der Liebsten.