„Ich werd’ noch mehr dreinreden!“ rief der Seppel und stellte sich fürchterlich vor dem Vater auf.
„Du sei still!“ fuhr die Christine drein und schob den Burschen bei Seite, „er ist Dein Vater. Aber der meine ist er nicht, und ich red’.“
„Hast schon Recht, Christel, red’ Dich nur aus, ist mir allemal lieber,“ drauf der Alte.
„Wird Dir schon genug werden, Toni-Bürsch,“ sagte sie, „Dein ehrlich Wort? Na, ich bedank’ mich! Du hätt’st mich sauber drankriegt; jetzt, und noch zu rechter Zeit seh’ ich’s ein, Du bist ein Falscher!“
Er fing ihren Arm und rief: „Wohl gewiß nicht, Christel, ich schau Keine an, außer Dir!“
„Das glaub’ ich gern, aber gegen Dein eigen Kind bist falsch. Bis auf die jetzige Stund’ hab’ ich’s nicht gewußt, daß Du den Seppel von mir hintan gehalten hast, weil es Dich selber noch gelust’ nach einer jungen Dirn. Die Höll’ hast ihm heiß gemacht; und dieweil er Dir nachgeben und Vaters wegen die Liebste verlassen hat, wirfst ihm heut’ vor, daß er sich besser um mich hätt’ kümmern sollen. Er ist eine Lettfeigen, aber er ist ein gutes Kind; Du bist ein schlechter Vater und kunntst leicht ein noch schlechterer Mann sein. Toni-Bürsch, von Dir hab’ ich genug!“
Der Schneider war aufgesprungen, der Tischler hobelte nicht mehr — es bleibt ja Alles aus!
„Macht’s nur weiter, Handwerkerleut,“ sagte der Seppel, „wird schon Anwerth haben. Die Christel nimmt mich.“
„Das mußt erst sehen,“ sagte diese — und war fort.