So tief legt sich der Müde
Zur letzten kühlen Rast,
Als du dein Leid im Liede
Zur Ruh' gebettet hast.

[Lorbeer und Palme.]

Strebst du nach Ruhm, o Sänger, so reize die Mitwelt nicht.
Siehe, im Fluch des Volkes welket der Lorbeerkranz.
Gibst du den Lorbeer doch für des Märtyrers Palme hin,
Dann erst grüß' ich dich jauchzend, Sohn der Unsterblichkeit.

[Davongeflogene Seelen.]

Ich komme just vom Leichensaal,
Dem schattengrauen, dem kalten.
Dort liegen die Kadaver all,
Die blassen Lehmgestalten.
Die Freund und Bruder ich genannt
Auf langen, fröhlichen Fahrten,
Die sind mir jetzt ganz unbekannt,
Wie Erde aus fremdem Garten.
So wird's im dunkeln Leichenhaus
Ein erstes Mal uns helle:
Die Seele macht den Menschen aus,
Die ewige, heilige Seele. —
Die Nester leer, die Seelen fort
Auf unbekannten Straßen —
Wohin, wohin? Kein Sterbenswort
Sie haben sagen lassen.
Ich starre in der Blumen Glut,
Ich horche der Vöglein Lieder,
Da wehet leis durch Lebensflut
Ein Hauch der Toten wieder.
Und während die Seelen ohne Rast
Ich such' mit bangem Mute
— Sitzen im Herzen sie mir zu Gast
Und trinken von meinem Blute.

[Klingende Funken.]

Immer glühen edle Herzen,
Leidversunken, freudetrunken,
Und selbst schnöde Alltagskerzen
Sprühen manchen Sternenfunken.