Ich hol' mir die Ehren vom Felde!
Sagt der Soldat;
Da gibt es Mord und Brand.
Ich hol' mir die Ähren vom Felde!
Sagt der Bauer;
Da gibt es Lust im Land.


Der Pflug und das Schwert sind feindliche Brüder,
Die Wag' ihrer Siege geht auf und nieder.
Sie hungern nach Brot, sie dürsten nach Ruhm
Und tasten irrend im Kreis herum.
Was ist doch des Feldes Ehrenzeichen?
Sind's goldige Garben? Sind's blutige Leichen?
O möchte die Menschheit sich wählen ganz
Zum Ehrenkranz — den Ährenkranz!


Tut dein Herz dir Gottes kund,
Nimm ihn nicht aus fremdem Mund,
Bau sein Haus auf deinem Grund.


Was ich aus Trutz vollbracht,
Wuchs voll Pracht über Nacht
Und ward — verregnet.
Was ich aus Lieb' gesäet,
Keimte stät, reifte spät
Und ist gesegnet.


Der opferfrohen Güte
Gelingt auch kaum viel mehr,
Als daß sie das Gemüt
Nicht öde läßt und leer.
Genießer deiner Labe
Sind selten doch entzückt,
Nur daß gegebne Gabe
Dein eigenes Herz beglückt.