[Eines Sünders Reuelieder.]

I.

Die süßeste von allen meinen Sünden,
Die hab' ich, schönes Kind, mit dir begangen;
Die härteste von allen harten Strafen,
Die hab' ich, böses Weib, um dich empfangen.

Geblendet von der Schönheit deines Leibes,
Und dann verzehrt von deiner Liebe Gluten,
So starb ich hin und ließ den Geist verlöschen,
Und ließ in Seligkeit das Herz verbluten.

Der Jüngling starb, das Weib gebar den Mann
Zu neuer Sehnsucht und zu neuer Lust,
Doch fand er keine mehr, so süßen Wehs,
Als jenes Sterben war an deiner Brust.

Und heiß durchwühl' ich alle Lebenstiefen,
Den Funken Glücks noch einmal zu ergründen,
Und büß' mit ewig unerfüllter Sehnsucht
Die süßeste von allen meinen Sünden.

II.

Ach, daß ich den ersten reinen
Engelfrommen Kuß im Leben
Einem Mädchen hab' gegeben,
Schuldbefleckt, und nicht dem meinen!

Was soll ich dem Bräutchen sagen,
Wenn es schuldlos, reingesittet
Um den ersten Kuß mich bittet,
Den ich schon zu Grab getragen!