Aber Mutter sah noch ängstlicher drein und sagte kein Wort.

[1] Die Arme.

Kapitel II

Es war nun kein Zweifel mehr, die goldenen Schätze des Sommers waren verloren gegangen. Das Korn in den Diemen war verfault.

Wenn Mutter jetzt des Abends im Wirtshaus Herrn Asmussen auf die Schulter tippte: „Crischan, Crischan,“ sagte er nicht einmal: „Gleich, gleich;“ er ruckte die Schulter zur Seite und sah in die Karten oder in seinen Grog. Und einer von den Stammgästen mußte ihn fast jeden Abend am Arm nach Hause führen.

Und es kam eine Nacht, in der horchte Mutter Stunde um Stunde auf den tiefen Schlag der Uhr draußen auf der Diele. Aber Herr Asmussen kam nicht.

Ticke-tack! sagte die Uhr, und Mutter hörte den harten Klang in der Kammer. Und es war ihr, als schreite die Zeit mit harten Füßen über sie hin, weiter — weiter, über Lust und Leid, weiter — weiter. Und es war, als müßte sie halten und hemmen, aber es ging weiter, ticke-tack, mit harten Füßen weiter — weiter. Da konnte sie es nicht mehr ertragen im Bett, zog sich hastig an und ging zu Lars hinein.

Lars warf sich im Bette hin und her, und endlich machte er langsam die Augen weit auf. Da stand wahrhaftig im Mondschein Mutter an seinem Bett, ganz still, und starrte und starrte Lars ins Gesicht. Und ganz schlaftrunken sah Lars wieder hinauf, ohne sich zu regen, noch halb im Traume, aber in großem Verwundern.

Und als sie sich so eine Weile angesehen hatten und draußen mit harten Tritten die Zeit weiterging, da kam ein Ton. — — Mutter fuhr zusammen und ging zur Tür hinaus, aber Lars war nun völlig wach und setzte sich im Bette auf. Da kam der Ton wieder — ein lautes, dröhnendes Klopfen an der Haustür.