Mein Gatte brachte Miß Gilby in seinem eigenen Wagen zur Bahn. Ich fand, daß er viel zu weit ging. Und als übertriebene Gerüchte von diesem Vorfall Anlaß zu einem öffentlichen Skandal gaben, über den die Zeitungen herfielen, fand ich, daß ihm ganz recht geschehen sei.

Ich war durch meines Gatten Tun oft in Unruhe versetzt, aber nie vorher hatte ich mich seiner geschämt; doch jetzt mußte ich für ihn erröten. Ich wußte nicht genau, und es war mir auch gleichgültig, welches Unrecht der arme Noren Miß Gilby getan hatte oder getan haben sollte; aber wie konnte man in solcher Zeit über so etwas zu Gericht sitzen! Ich hätte die Gesinnung, die den kleinen Noren antrieb, der Engländerin seine Verachtung zu zeigen, nicht unterdrücken mögen. Ich konnte nicht anders als ein Zeichen von Schwäche darin sehen, daß mein Gatte eine so einfache Sache nicht begriff. Und daher errötete ich für ihn.

Und doch lag es nicht so, daß mein Gatte sich weigerte, die Swadeschi-Bewegung zu unterstützen oder daß er irgendwie der nationalen Sache entgegenarbeitete. Er war nur nicht imstande, sich mit ganzem Herzen dem Geist des »Bande Mataram«[10] hinzugeben.

»Ich will gern meinem Lande dienen,« sagte er, »aber die Gerechtigkeit steht mir höher als das Vaterland. Wer Götzendienst mit seinem Vaterlande treibt, ruft einen Fluch darauf herab.«

Fußnoten:

[1] Das Abzeichen des Frauenstandes bei den Hindus und das Symbol der hingebenden Liebe, die dieser Stand in sich schließt.

[2] Das Hauptgewand der Hindufrauen.

[3] Radscha (Rajah), indischer Fürst.

[4] Dies ist eine äußere Form der Verehrung und geschieht, indem man mit der Hand die Füße des Betreffenden und dann das eigene Haupt leicht berührt. Es ist nicht allgemein Sitte, daß die Frau ihrem Gatten ihre Verehrung in dieser Weise bezeugt. (Der englische Ausdruck ist: to take the dust of one's feet.)

[5] Titel der islamischen Landesfürsten.