»Warum ist es möglich,« fragte ich, »die Mohammedaner so als Werkzeuge gegen uns zu gebrauchen? Haben wir sie nicht durch unsere eigne Unduldsamkeit dazu gemacht? Auf diese Weise straft uns jetzt die Vorsehung, denn das Maß unsrer Sünde ist voll, und sie wird nun an uns heimgesucht.«
»Nun gut, wenn dem so ist, so mag sie an uns heimgesucht werden. Aber die Rache wird kommen. Wir sehen das untergraben, was die größte Stärke unsrer Obrigkeit ausmachte, ihre Treue gegen ihre eignen Gesetze. Einst waren sie wirkliche Könige, die des Rechtes walteten; jetzt werden sie selbst Gesetzbrüchige und also nicht besser als Räuber. Die Geschichte mag anders urteilen; aber unser Herz wird sie immer so richten...«
Die Verleumdungen gegen mich, die sich durch die Zeitungen verbreiten, machen mich berüchtigt. Ich höre, daß man auf dem Verbrennungsplatz der Tschakravartis unten am Fluß mein Bild mit aller Feierlichkeit und großer Begeisterung verbrannt hat, und daß man andre Beschimpfungen plant. Der Anlaß war, daß sie mich aufgefordert hatten, mich als Aktionär bei der Gründung einer Baumwollspinnerei zu beteiligen. Ich mußte ihnen sagen, daß ich nicht so sehr den Verlust meines eigenen Geldes fürchtete, als mich mitschuldig zu machen am Verlust so vieler armer Aktionäre.
»Sollen wir annehmen, Maharadscha,« sagten meine Besucher, »daß das Wohl des Landes Ihnen gleichgültig ist?«
»Industrie kann das Wohl des Landes fördern,« versetzte ich, »aber der bloße Wunsch, daß das Wohl des Landes gefördert werde, garantiert der Industrie noch keinen Erfolg. Selbst als wir mit kühlem Kopf daran gingen, wollte unsere Industrie nicht blühen. Haben wir irgend welchen Grund, zu glauben, daß sie es jetzt tun würde, nur weil wir toll geworden sind?«
»Warum sagen Sie nicht einfach, daß Sie Ihr Geld nicht wagen wollen?«
»Ich will mein Geld hineinstecken, wenn ich sehe, daß es Ihnen um die Industrie selbst zu tun ist. Aber wenn Sie ein Feuer angezündet haben, so ist damit noch nicht gesagt, daß Sie nun auch die Speise haben, die damit gekocht werden soll.«
XIII
Was ist das? Unser Unterschatzamt in Tschakna ist geplündert! Eine Geldsendung von 7500 Rupien sollte nach dem Hauptamt geschickt werden. Der dortige Schatzmeister hatte die Barschaft beim Staatsschatzamt in kleine Bankscheine eingewechselt, um sie bequemer tragen zu können, und hielt sie in Paketen bereit. Mitten in der Nacht brach eine bewaffnete Bande ins Zimmer ein und verwundete Kasim, den Wächter. Das merkwürdige bei der Sache ist, daß sie nur 6000 Rupien genommen und das übrige auf dem Boden ausgestreut haben, obgleich sie das ebenso leicht hätten mitnehmen können. Jedenfalls ist der Beutezug der Banditen zu Ende, und die Polizei beginnt ihren Beutezug. An Frieden ist jetzt nicht mehr zu denken.