Meine Braut erschauerte und stand auf; sie ergriff meine Hand und trat heraus.

Ihr Haar fliegt im Wind, ihr Schleier flattert, und der Kranz, der um ihren Nacken hängt, raschelt auf ihrer Brust.

Der Stoß des Todes hat sie ins Leben geschwungen.

Wir stehen Antlitz in Antlitz und Herz an Herz, meine Braut und ich.

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Sie wohnte bei den Hügeln am Rand eines Maisfelds, nahe der Quelle, die in lachenden Sprudeln durch die feierlichen Schatten alter Bäume fließt. Die Frauen kamen dahin, ihre Krüge zu füllen, und Wandrer pflegten da zu rasten und zu plaudern. Sie arbeitete und träumte täglich zur Weise des murmelnden Flusses.


Eines Abends kam der Fremde hernieder von dem wolkenbedeckten Gipfel; seine Locken waren wirr geringelt wie schläfrige Schlangen. Wir fragten verwundert: „Wer bist Du?“ Er antwortete nicht, sondern setzte sich an den geschwätzigen Fluß und blickte schweigend nach der Hütte, wo sie wohnte. Unsre Herzen bebten in Angst und wir kamen heim, als es Nacht war.