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Sag mir, ob das alles wahr ist, Liebster, sag mir, ob das alles wahr ist.

Wenn diese Augen ihre Blitze sprühen, geben die dunklen Wolken in Deiner Brust stürmische Antwort?

Ist es wahr, daß meine Lippen süß sind wie die aufspringende Knospe der ersten, eingestandnen Liebe?

Säumen die Erinnerungen entschwundener Maienmonde in meinen Gliedern?

Erschauert die Erde wie eine Harfe in Liedern, wenn meine Füße sie berühren?

Ist es denn wahr, daß die Tautropfen von den Augen der Nacht fallen, wenn ich mich zeige, und daß das Morgenlicht froh ist, wenn es meinen Körper rings einhüllt?

Ist es wahr, ist es wahr, daß Deine Liebe einsam durch Zeitalter und Welten wanderte, auf der Suche nach mir?

Daß, da Du mich endlich fandest, Dein langes Sehnen letzten Frieden fand in meiner sanften Rede, in meinen Augen und Lippen und flutenden Haaren?

Ist es denn wahr, daß das Geheimnis des Unendlichen auf dieser meiner kleinen Stirn geschrieben steht?