Den Sohn des Amtmanns und den Sohn des Kaufmanns überlief es eiskalt bei dem geisterhaften Schweigen rings um sie her. Sie wandten sich zum Prinzen und sagten: „Kamerad, laß uns von hier fortgehen. Laß uns keinen Augenblick länger in diesem unheimlichen Gespensterlande bleiben.“

Aber der Prinz sagte: „Kameraden, diese Leute sehen aus wie Menschen; ich will sie einmal gehörig durch und durch und um und um schütteln, um zu sehen, ob denn nicht noch ein einziger Tropfen warmen Lebensblutes in ihren Adern übrig ist!“

IV

EIN Tag nach dem andern verging, und das Leben der Insel rann still und gelassen dahin, fast ohne das leiseste Wellengekräusel. Die drei Gefährten aber kehrten sich an keine Regeln und Satzungen. Sie taten nie etwas nach vorgeschriebener Weise, mochten sie nun stehen oder sitzen oder sich umwenden oder auf dem Rücken liegen. Im Gegenteil, wo immer sie sahen, daß man diese Dinge genau nach den Regeln tat, brachen sie in ein zügelloses Gelächter aus. Auf sie machte der heilige Ernst dieser geheiligten Regeln durchaus keinen Eindruck.

Eines Tages kamen die großen Hofkarten zu dem Prinzen und dem Sohn des Amtmanns und dem Sohn des Kaufmanns.

„Warum“, fragten sie langsam, „bewegt ihr euch nicht nach den Regeln?“

Die drei Gefährten antworteten: „Weil unsere Itscha (= Wunsch) es so will.“

Die großen Hofkarten sagten alle zusammen mit hohler Grabesstimme, als wenn sie langsam aus einem jahrtausendelangen Schlaf erwachten: „Itscha? Und dürfen wir fragen, wer Itscha ist?“

Sie ahnten damals noch nicht, wer Itscha war, aber die ganze Insel sollte es bald erfahren.

Zuerst fing es an, leise in ihrem Geist zu dämmern, als sie das Tun des Prinzen beobachteten und dadurch zu der Erkenntnis kamen, daß sie geradeaus gehen konnten in einer Richtung, die der gewohnten entgegengesetzt war. Dann machten sie noch eine überraschende Entdeckung: sie bemerkten, daß die Karten noch eine andere Seite hatten, die sie nicht beachtet hatten. Dies war der Anfang der Wandlung.