Sie baun ihre Häuser aus Sand und spielen mit leeren Muscheln. Aus welken Blättern flechten sie Boote und lassen sie lächelnd ziehen auf der endlosen Tiefe. Kinder haben ihr Spiel am Seestrand der Welten.
Sie wissen nicht, wie man schwimmt, sie wissen nicht, wie man Netze wirft. Perlfischer tauchen nach Perlen, Kaufleute segeln in Schiffen, wenn Kinder Steine sammeln und Steine zerstreun. Sie suchen nicht nach verborgenen Schätzen, sie wissen nicht, wie man Netze wirft.
Die See braust auf in Gelächter, schwach schimmert das Lächeln der Küste. Todtragende Wogen erzählen den Kindern sinnlose Lieder, gleich einer Mutter, wenn sie die Wiege des Kinds wiegt. Die See spielt mit Kindern, schwach schimmert das Lächeln der Küste.
Am Seestrand endloser Welten treffen sich Kinder. Der Sturm rast in pfadlosem Himmel und Schiffe scheitern auf spurlosem Wasser, der Tod ist draußen und Kinder spielen. Am Seestrand endloser Welten ist der große Spielplatz der Kinder.
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Der Schlaf, der auf Kinderauge ruht – weiß jemand, woher er kommt? Es geht ein Gerücht, er hat seine Wohnung im Feendorf, wo im Waldesschatten, den schwach Glühwürmchen erhellt, zwei zarte Zauberknospen hängen. Dort kommt er her, des Kindes Aug zu küssen.
Das Lächeln, das über Kindermund huscht im Schlaf – weiß jemand, wo es geboren ist? Es geht das Gerücht, daß ein junger Strahl des wachsenden Monds den Rand einer schwindenden Wolke im Herbst traf – dort ward das Lächeln geboren im Traum eines taufeuchten Morgens, das Lächeln, das über Kindermund huscht im Schlaf.
Die süße Frische, die Kinderglieder sanft umblüht, weiß jemand, wo sie so lang sich barg? Ja, als die Mutter noch Braut war, da drang ihr durchs Herz in zartem stillen Geheimnis der Liebe – die süße Frische, die Kinderglieder sanft umblüht.