Doch einer rief plötzlich: »Es scheint, die Kette des Lichtes zerbrach und ein Stern ging verloren!«

Die Saite der goldenen Harfe zersprang, ihr Lied verstummt, und sie riefen im Schrecken: »Der verlorne Stern war der beste, er war der Ruhm aller Himmel.«

Seit diesem Tag hört das Suchen nicht auf, der Schrei geht von Mund zu Mund, daß die Welt ihre einzige Freude verlor.

Nur im tiefsten Schweigen der Nacht, da lächeln die Sterne und flüstern untereinander: »Umsonst ist dies Suchen! Ungebrochne Vollendung herrscht überall.«

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Ists nicht mein Teil dich zu treffen in diesem Leben, dann laß mich immer fühlen, daß ich verfehlt deinen Anblick – laß mich nimmer vergessen, laß mich tragen den Stachel der Sorge im Traum wie in wachen Stunden.

Wenn meine Tage vergehen auf wimmelndem Markt dieser Welt und meine Hände sich füllen mit täglichem Vorteil, laß immer mich fühlen, daß nichts ich gewonnen – laß mich nimmer vergessen, laß mich tragen den Stachel der Sorge im Traum wie in wachen Stunden.

Wenn ich am Wegrand sitze, ermüdet atmend, wenn ich mein Bett im niederen Staube bereitet, laß immer mich fühlen, daß meine lange Reise noch vor mir ist – laß mich nimmer vergessen, laß mich tragen den Stachel der Sorge, im Traum wie in wachen Stunden.

Wenn meine Zimmer festlich geschmückt sind, die Flöten tönen und laut das Gelächter, laß immer mich fühlen, daß ich nicht dich in mein Haus lud – laß mich nimmer vergessen, laß mich tragen den Stachel im Traum wie in wachen Stunden.