Meine Lieder lehrten mich alle Lehren, die je ich gelernt; sie zeigten mir heimliche Pfade, sie brachten vor meinen Blick manch einen Stern am Horizont meines Herzens.

Sie führten mich Tag für Tag zu den Mysterien des Landes von Lust und Leid. Und zu welchem Palasttor brachten sie mich am Abend zuletzt, am Ende der Reise?

102

Ich rühmte mich unter den Menschen, daß ich dich kennte. Sie sehen dein Bild in allen meinen Werken. Sie kommen und fragen »Wo ist er?« Ich weiß keine Antwort für sie. Ich spreche »Ich kann es nicht sagen.« Da tadeln sie mich und gehen voll Hohn. Und du sitzest lächelnd.

Ich legte mein Wissen von dir in dauernde Lieder. Und das Geheimnis von dir entströmte meinem Herzen. Sie kommen und fragen »Sag, was ist ihr Sinn?« Ich weiß keine Antwort für sie. Ich sage »Wer weiß, was der Sinn ist.« Sie lachen und gehen in äußerstem Hohn. Und du sitzest lächelnd.

103

In einen Gruß an dich, mein Gott, laß ich meine Sinne entfalten und rühren die Welt zu deinen Füßen.

Wie die Regenwolke im Juli tief hängt, mit der Last der unausgegossenen Schauer, laß meinen Geist zu deiner Schwelle sich neigen – in einen Gruß an dich.