Die Blüte hat sich nicht geöffnet, nur der Wind seufzt vorüber.
Ich habe sein Angesicht nicht gesehn, nicht gelauscht seiner Stimme; nur seinen leisen Fußtritt hab ich gehört auf der Straße vor meinem Hause.
Der lange Tag verging damit, ihm den Sitz am Boden zu breiten, die Lampe aber ist noch nicht entzündet, ich kann ihn nicht in mein Haus bitten.
Ich lebe der Hoffnung ihn zu treffen, doch dieses Treffen ist noch nicht.
14
Meiner Begierden sind viele, mein Schrei heischt Mitleid, aber du hast mich noch immer gerettet durch hartes Verweigern, mit dieser strengen Gnade hast du mein Leben durch und durch gewirkt.
Tag für Tag machst du mich würdig der einfachen, großen Gaben, die du mir ungebeten gabst – des Himmels, des Lichts, dieses Leibes, Lebens und Geistes – und rettest mich aus der Gefahr des Übermaßes der Wünsche.
Es gibt Zeiten, wo träge ich zögre und andre, wo ich erwache und eile, mein Ziel zu suchen; doch grausam birgst du dich vor mir.
Tag für Tag machst du mich würdig deines vollen Empfangs, indem du dich immer versagst und rettest mich vor der Gefahr der schwachen, unsicheren Wünsche.