„Kasimir, soll ich die Madonna kaufen?“
Weither kommt eine volle slavische Stimme, um sich zu wundern.
„Sie fragen mich?“
Pause.
Und Helena Pawlowna bittet um Verzeihung: „Sind Sie nicht Künstler?“
Antwort: „Manchmal, Helena Pawlowna, manchmal –“
Wenn die silberne Uhr jetzt nicht geschlagen hätte, würde der deutsche Maler geantwortet haben: „Aber“ – doch die silberne Uhr rief auf einmal eine ganze Menge, und da gab er es auf. Besonders, da Graf Saint-Quentin sagte: „Uebrigens sind Sie den ersten Winter in Venedig, Helena Pawlowna?“
„Ja. Aber ich kann mir nicht denken, dass es jemals anders war.“
„Es ist seltsam. Diese alten Paläste sind so rührend in ihrem Anvertrauen. Sie haben viele Erinnerungen. Und da ist Einem manchmal, als ob man alle mit ihnen teilte. Nicht?“ So sagt der Herr aus Wien und schliesst die Augen dabei.
Er sieht also nicht, dass Helena Pawlowna lächelt, während sie ergänzt: „Sie haben Recht. Eines besonders: dass man nicht hier Kind war, kann man gar nicht begreifen. Denken Sie: oft auf der Gasse oder in Gärten geschah mir, ich müsste jemandem winken und ihm erzählen: Hier hab' ich immer gespielt als Kind. Oder: hier in diese Kirche bin ich beten gegangen, zu diesem Bild – lauter, lauter Lügen.“