Aber gerade damit zwingt er Frau Malcorn zum Reden. Und blindlings, ganz ausser sich vor Scham, wirft sie sich in die Worte: „Nein, Harald ... ich kann nicht lügen ... vor Dir ... ich muss es Dir sagen ... es ist nicht ... nicht ... aus Stolz, ... aus ... Furcht ...“
„Furcht?“
„Ja. Vor der weissen Frau ...“
Harald versteht noch garnicht: „Furcht? Vor Frau Walpurga? – Aber meine mutige kleine Mama und – Furcht?“
Frau Malcorn versucht zu lächeln. Doch am liebsten möchte sie dem Blicke ihres Sohnes entgehen. Sein Auge schaut so gross, und sie bleibt immer in seinem Kreis, seinem sanften Glanze erreichbar, wie sie auch unter den Dingen herumirrt. Endlich kauert sie sich vor den Ofen, als ob es dringend notwendig wäre, das Feuer zu erhalten. Und so, von dieser Zuflucht aus, knieend, das gesenkte Gesicht im heissen Schein der angefachten Glut, beginnt sie ein flüsterndes Gespräch.
„Erinnerst Du Dich der Sage von Frau Walpurga?“
„Ungefähr. Sie ist in verschiedenen Schlössern gesehen worden?“
„Ja, am häufigsten in Skal.“
„So? Immer drei Tage bevor jemand stirbt, nicht wahr?“
„Ja. Es heisst so.“