Zdenko faßte ihre feuchte, zitternde Hand: »Achtgeben, Luisa.«
Und dann erzählte die Alte etwas mit einer armen, monotonen Stimme, die sich vor den feuchten Wänden zu fürchten schien und in scheuen Kreisen eng um die vier Köpfe herumschwirrte. »Die neuen,« sagte sie gerade, leise und heimlich, als wäre das eine liebe, eigene Erinnerung, die sie zum erstenmal jemandem anvertraute, »die neuen, die hier herunterkamen, erhielten ein Stück Brot und einen Krug Wasser. Ja, und mit dem Brot und dem Wasser mußten sie sich erhalten und da an dem Loch mußten sie sitzen und zuschauen, wie der, der schon eine Woche unten saß oder zwei, no je nachdem, (es haben manche Menschen gar so viel zähe Kraft) sich langsam zu Ende hungerte. Na und dann, wenn's in Gotts Namen zu Ende war, wurden sie hinuntergelassen . . .«
»An diesem Seil?« neckte Zdenko.
Die Frau ließ sich nicht stören: »Hinuntergelassen wurden sie und mußten erst den Toten, nämlich den, welchen sie haben zu Ende hungern sehen, hineinstoßen in das Loch am Boden dort – sehen Sie.« (Alle neigten sich vor.)
»Manchmal werden sie den Vorgänger wohl halb aufgefressen haben,« lachte Rezek grausam.
»Kann schon sein,« murrte die Alte und fuhr dann in ihrer langgewohnten Erklärung fort.
Luisa lehnte sich an den Bruder: »Es ist tief?« forschte sie.
»Sehr tief.«
»Und kann keiner wieder heraus?«