„Er ist ein bißchen beengt, was das Geld betrifft.“

„Das ist leicht begreiflich, ein Soldat! Was wollen sie auch mit einem Sou per Tag anfangen.“

„Sein Vater, der sitzt im Vollen, er hat ein gutes Geschäft, ist geizig wie eine Kirchenratte; wenn er aus einem Rettich drei machen könnte, würde er es sich nicht überlegen. Mein armer Adolf ist es schon müde, er lehnt sich schließlich auf. Er hat doch Bedürfnisse, ist doch kein Kind mehr, er ist ein ausgewachsener Mann und braucht Geld.“

„Er hat allen Grund, sich zu beklagen.“

„Nicht wahr? Sie finden auch! Ich wußte, daß Sie es begreifen würden. Adolf hat es mehr als satt, immer zu seinem Alten betteln zu gehen. Er möchte sich selbst aus der Affäre ziehen. Eben jetzt hat er einen Ausweg gefunden. Er hat einen goldenen Ring in der Tombola gewonnen, einen herrlichen Ring mit einem Diamanten, einen echten, ich wollte, Sie würden ihn sehen! Man hat ihn auf mindestens 400 Franken geschätzt, — da sehen Sie, da ist er, sagen Sie einmal, ob der nicht schön ist. Sie können sich denken, daß er den nicht beim Regiment braucht — er würde damit auffallen. Für ein Butterbrot gibt er ihn weg, für 150 Franken. Wenn man aber darauf bestehen würde, möchte er ihn für 100 Franken lassen, 100 Franken! Der ist schön dumm, was? Das ist eine Sache, auf die man nur so hinspringen müßte, aber er will seinen Ring natürlich nicht dem ersten besten verkaufen, er hat so seine Gedanken darüber und hat recht. Aber ich wette, daß er froh wäre, Sie daraus Nutzen ziehen zu lassen. Das ist also eine gute Gelegenheit, die Sie nicht auslassen sollten. Unter uns gesagt, da sehen Sie nur, wie der glänzt! Ein wahrer Sonnenschein! Sie haben doch Vertrauen zu mir, nicht wahr; ich stelle mich eher auf Ihre Seite, mit Freunden muß man ein offenes Spiel führen, und andererseits bin ich Adolfs so sicher wie meiner selbst. Sollten Sie die 100 Franken nicht bei sich haben, können Sie ihm ja einen Schuldschein ausstellen und ihm das übrige nach und nach bezahlen. Man setzt Ihnen ja nicht dabei das Messer an die Kehle, wenn Sie ihm nur etwas daraufhin borgen könnten, würden Sie ihm sicher eine Freude bereiten.“

*

Gewölk! Finsteres Gewölk, das die Sonne verbirgt und gleichzeitig die ganze Landschaft entfärbt. Du armer Einfaltspinsel, du hast nicht bemerkt, wohin dich die Leute haben wollten. Ein Vierzigjähriger, der allein lebt, der muß wohl Ersparnisse haben. Du siehst übrigens auch recht wohlbestallt aus mit deinem neuen Anzug und deiner goldenen Uhr und verdienst die freundliche Aufmerksamkeit Adolfs; der Lump hat eine gute Nase! Man muß schon sagen, die Hälfte der Menschheit verbringt ihre Zeit, die andere Hälfte zu verschlucken und auszuplündern. Deshalb also schlug er mich so herzlich auf den Rücken. Einen Wein hat er mir sogar bezahlt, der Lump. Schau, daß du so rasch als du kannst nach Hause kommst, du alter Dummkopf — hättest besser getan, gar nicht fortzugehen . . .

„Haben Sie ihn gut angesehen? Wie denken Sie darüber?“

„Ich habe Schmuck nicht gern, Sie sehen, ich trage keinen, das ist einer meiner Grundsätze!“

„Sie könnten jemand ein Geschenk damit machen oder ihn mit großem Nutzen verkaufen.“