Die Sonne ging unter, wie sie es jeden Tag zu tun verpflichtet ist. Sogleich werden die Sterne zu strahlen beginnen, indes sich zur selben Stunde alle Gaslichter der Stadt entzünden. Das war gewiß: Auch von dieser Seite war keine Überraschung zu erwarten.
Ich sage mir oft: „O Freiheit! Hätte ich doch meine Freiheit! Und was dann? Man sagt, es gäbe Rentner, die sich langweilen wie tote Ratten. Die Welt ist wohlgeordnet, und es handelt sich bloß darum, sie bürgerlich zu bewohnen und bemüht zu bleiben, die anderen Mieter nicht allzusehr zu stören. ‚Weder Hund noch Katze‘, wie es in Pachtverträgen heißt. Bei mir stimmt alles, nicht einmal einen Vogel verdränge ich. Da fällt mir ein, daß ich einen Schlauch für den Wasserhahn in meiner Küche kaufen muß.“
Er zog seine Uhr. „Ein Viertel vor sieben. Hoffentlich komme ich zurecht, ich werde an der Straßenecke, bei der kleinen Kneipe, Lemoine abpassen. Der wird mir sagen, ob sie nicht vergessen haben, den Akt Dumas abzusenden.“
INHALT
| Ein Abend | [5] |
| Warten | [19] |
| Vorahnung | [39] |
| Abschied | [55] |
| Über den Tod eines Kindes | [81] |
| Spaziergang und Begegnung | [99] |
| Träume | [121] |
| Das Geheimnis | [131] |
| Er lehnt sich auf | [149] |
Dieses Buch wurde in einer Auflage von 3400 Exemplaren in der Spamerschen Buchdruckerei zu Leipzig gedruckt; 100 Exemplare wurden auf echtem Büttenpapier abgezogen.
Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
- ... waren sie, auf daß ich ihnen eines Tages begegne. ...
... [warten] sie, auf daß ich ihnen eines Tages begegne. ... - ... im Bein, den er vergesssen hatte. So geht er in die ...
... im Bein, den er [vergessen] hatte. So geht er in die ...