»Die Haushälterin wird gleich vernommen werden,« sagte der Vorsitzende. »Der Angeklagte antwortete Ihnen, Herr Hofrat, er wolle verreisen, und Sie begleiteten ihn bis zum Bahnhof. Können Sie sonst etwas Sachdienliches mitteilen?«

»Nein, durchaus nicht,« beteuerte der Hofrat. »Gerüchte und Schwätzereien zu wiederholen werden Sie mir erlassen, da dergleichen ja mehr oder weniger über jeden Menschen in Umlauf ist und in ernsten Fällen nicht in Betracht gezogen werden sollte.«

»Vielleicht könnten Sie doch sagen,« fragte der Vorsitzende, »was für einen Ruf Dr. Deruga im allgemeinen unter seinen Kollegen genoß?«

»Ich glaube nicht, daß meine diesbezüglichen Mitteilungen einen namhaften Wert für Sie hätten,« entschuldigte sich der Hofrat. »Aus dem, was ich erzählt habe, läßt sich ja schon mancherlei schließen. Den sicheren Boden der Tatsachen möchte ich nicht verlassen.«


Weinhändler Verzielli, der nächste Zeuge, war ein untersetzter, dunkelfarbiger Mann, der den Eid in strammer Haltung, die Augen fest auf den Präsidenten gerichtet, die linke Hand auf das Herz gelegt, mit lauter Stimme und leidenschaftlichem Ausdruck leistete.

»Sie sind mit dem Angeklagten bekannt, aber nicht verwandt?« fragte Dr. Zeunemann.

»Befreundet, sehr befreundet,« sagte Verzielli eifrig.

»Aber nicht verwandt?« wiederholte Dr. Zeunemann.

»Leider nicht,« sagte Verzielli, »aber sehr befreundet. Ich liebe und bewundere ihn.«