»Aber ein weicher, für die Reize schöner Damen sehr empfänglicher Mensch,« fügte Dr. Zeunemann versöhnlich hinzu.

Als sie alle zusammen aufbrachen, bat die Baronin, mit Peter Hase bekannt gemacht zu werden. »Sie sind mir kein Fremder,« sagte sie liebenswürdig zu ihm, »da ich Ihre Bücher kenne und bewundere. Es tröstet mich über den abscheulichen Prozeß, daß ich ihm eine so wertvolle Begegnung verdanke.«

Sie forderte ihn auf, sie und ihren Mann im Hotel zu besuchen, falls er noch einige Zeit hierbleibe, und als sie ihren Wagen warten sah, verabschiedete sie sich von den beiden anderen Herren, indem sie lächelnd sagte: »Ich bekomme die Nadel doch noch, das weissagt mir mein Gefühl.«

Die Herren gingen noch ein paar Schritte miteinander. »Wie reizend und anziehend,« sagte Dr. Zeunemann, »ist doch der gänzliche Mangel an Logik und Objektivität an Frauen. Wenigstens für uns Männer.«

»Und ihre Grausamkeit!« setzte Herr Hase anerkennend hinzu.

»Ich halte sie mehr für gedankenlos,« sagte Dr. Zeunemann. »Wie alt schätzen Sie übrigens diese Frau? Sie hat eine erwachsene Tochter, da muß sie doch schon zweiundvierzig Jahre alt sein.«

»Eher älter,« sagte Peter Hase, »sie ist sehr gepflegt und sehr geschickt angezogen.«

»Natürlich, natürlich,« sagte Dr. Zeunemann, »keine Arbeit, keine Sorgen, das erhält jung.«

Auch den Kommerzienrat Winkler beschäftigte die Baronin Truschkowitz, und er suchte eine Gelegenheit, Dr. Bernburger ein wenig nach ihr auszufragen. »Sie hat Charme, Schick, Grazie,« sagte er zu ihm, »aber gefährlich viel Temperament.«

»Dazu bin ich ja da, um das zu kontrollieren,« sagte Dr. Bernburger.