Ob um die Mittagszeit ein Bettler oder Hausierer bei ihr angeläutet habe, fragte Dr. Zeunemann noch, unterbrach aber die Zeugin, da sie eine Reihe von Möglichkeiten zu erörtern begann, mit der Aufforderung, nur das mitzuteilen, was sie bestimmt wisse. Etwas Bestimmtes in bezug darauf zu wissen, wies jedoch Frau Rübsamen mit Entschiedenheit von der Hand, worauf die Untersuchung über verdächtige Besucher des Hauses an dem verhängnisvollen Tage einstweilen abgeschlossen wurde.


VIII.

»Das war schön von Ihnen, daß Sie die Kaution für mich hinterlegt haben,« sagte Deruga zu Peter Hase, indem er ihm die Hand reichte. »Ganz wie Sie, Gentleman durch und durch. Ich bin Ihr ergebener Diener.«

Ein Anflug von Röte färbte das blasse Gesicht des Schriftstellers.

»Man hatte mir fest versprochen, daß mein Name nicht genannt werden sollte,« sagte er, die Augenbrauen zusammenziehend. »Ich verstehe nicht, wie man davon abgehen konnte.«

Deruga lachte.

»Ich habe Ihnen nur eine Falle gestellt, und Sie sind hineingegangen,« sagte er. »Also Sie sind es wirklich. Geben Sie zu, daß ich ein Menschenkenner bin! Wenn ich stillsitzen könnte wie ihr Deutschen, wäre ich vielleicht auch ein Dichter.«

»Ein besserer als ich,« sagte Peter Hase ernsthaft. »Sie verstehen es jedenfalls besser, Ihr Leben zu dichten.«